| Devoid - "Human Plague" demo*1 1989 |
Nachdem wir uns bei Necrophagia eine Scheibe in Sachen “Do it yourself Death Metal” abgeschnitten hatten, packten wir unseren jeweiligen Mist zusammen und fanden ein Studio, in dem wir unsere ersten neuen Songs aufnahmen. Als ein wahrer Ruhepol erwies sich Bill Steer. Wir hatten es geschafft, ihn von seinen Verpflichtungen gegenüber Carcass und Napaöm Death loszueisen und er gab uns nicht nur moralische Unterstützung und Anleitung, sondern er erwies sich auch als schier unerschöpfliche Quelle an Weisheit und Sachverstand. Wir waren alle frohen Mutes, schafften es, sogar mit dem armen christlichen Grünschnabel von Toningenieur zusammenzuarbeiten, der es gewohnt war, Rick Astley aufzunehmen und lieferten am Ende eine ganz gelungene Vorstellung ab…und das, obwohl der erste Song und Titeltrackgerade des Demos gerade erst geschrieben war und das ganze so einen etwas amateurhaften Zug bekam…trotz allem zogen wir unser Ding durch und überstanden es ohne allzu viele Kriegsverletzungen. |
Die Songs selber gingen in so ziemlich genau die Richtung in die wir sie haben wollten, obwohl wir Bandmitglieder selber sehr verschieden waren was unseren Musikgeschmack anbetraf. Wir bezogen diesen Umstand in unsere Zukunftsplanung mit ein, obwohl wir zu der Zeit noch keine wirkliche Strategie hatten. Keiner von uns konnte es sich finanziell leisten, eine lange Tour zu spielen und daher beschlossen wir, erst einmal ruhig abzuwarten und zu sehen, was unser zartes Flügelschlagen bei den Geiern des Death Metal Untergrunds auslösen würde. |
Ohne draufgängerisch wirken zu wollen, bekamen wir doch einen positiven Schock als die Bestellungen für das Demo bekamen. Wir hatten ne Menge Flyer über die Tapehändler rausgeschickt und es geschafft, ein paar sehr positiv aufgenommene Gigs an Land zu ziehen, als das unvorhersehbare passierte: ein Freund von Jim, unserem Gitaristen, hatte mit einem Typen aus der Musikszene gesprochen , der wiederum irgenwie mit einem hiesigen Plattenlabel in Kontakt stand und uns informierte, das der Managern in andere Richtungen mit den neu zu zeichnenden Bands gehen wollte – er wollte sein Geschäft ein bißchen ausdehnen. Ähm. |
RHAM Records (mit ihrem eigenen Label SKYSAW) waren nicht unbedingt das bekannteste der unabhängigen Labels, aber sie reagierten ziemlich schnell mit einem ehrlich klingenden Interesse an der Band. Begründet durch unser Alter (das Durchschnittsalter war 18) nahmen wir das Angebot sofort an, ohne auf Angebot eines passenderen Labels zu warten. RHAM war ein Dance Label. Wir waren jung…okay, ich denke ihr kennt die Geschichte. Mit unseren nun, für Death Metal Verhältnisse, mahlenden Rädern, waren wir alle heiß darauf, dass die Welt DEVOID hören sollte. Plötzlich fiel uns ein Plattenvertrag in den Schoß und diese Chance wollten wir auf keinen Fall verpassen. ....MEHR DAZU |
Als wir zum Schluß zählten, hatten unsere Gründungsmitglieder Loui und Stuart nicht ganz 400 Tapes an Tapehändler, Fans und Musikmagazine rund um die Welt verteilt. Obwohl das heute nicht mehr viel klingt, war es 1989 eine kleine Meisterleistung, besonders für eine unbekannte britische Death Metal Band. |
Noch bevor ich die Band verließ, kaufte Carlo ein 4-Spur Aufnahmegerät und nahm seine Gitarrenparts noch einmal auf, überspielte die schrecklich sägend klingende Gitarre (aufgrund der direkt eingespielten Aufnahme, was immer Mist ist) mit einem ordentlichen fetten Sound. Zu meinem Bedauern habe ich es nicht geschafft, die neue Aufnahme in die Hände zu bekommen, bevor mein Kontakt zur Band endgültig abriss. Aber egal, ich hab den ursprünglichen Sound selber ein bisschen verbessert – mit verschiedenen Virtual Instrument Plugins bei Cubase – und glaubt mir, es klingt besser als das Original. Geht zur Audio-Seite und ladet euch die Songs dort runter. |